Sehen

Brillengläser

Das Glas ist der Teil der Brille, den keiner sieht — und der über alles entscheidet. Zwei Gläser mit denselben Werten auf dem Rezept können sich beim Tragen völlig unterschiedlich anfühlen.

Erst messen, dann Glas, dann Fassung

Die meisten Brillen entstehen in der falschen Reihenfolge: Fassung aussuchen, Gläser dazubestellen, fertig. Wir drehen das um. Zuerst messen wir, wie Du siehst und wobei Du siehst — Arbeitsabstand, Bildschirm, Auto, Werkstatt, Instrument. Daraus ergibt sich das Glas. Und erst das Glas entscheidet mit, welche Fassung überhaupt in Frage kommt.

Der Grund ist banal: Eine flache, schmale Fassung verträgt keine hohe Stärke. Ein kurzes Gleitsichtglas braucht eine Mindesthöhe. Wer die Fassung zuerst wählt, schränkt das Glas ein, ohne es zu merken.

Vor jeder Brille steht die Messung

Wir bestimmen nicht nur die Sehschärfe, sondern auch das Zusammenspiel beider Augen, den Augeninnendruck und den Zustand der Netzhaut. Was dabei alles gemessen wird, steht auf der Seite zur Augenvorsorge.

Woher unsere Gläser kommen

Von einem einzigen Hersteller: Alle Gläser in unserem Haus kommen von Optovision, gefertigt in Neu-Isenburg bei Frankfurt. Das ist eine bewusste Festlegung und kein Zufall des Einkaufs.

Jeder Hersteller rechnet seine Flächen etwas anders und beschichtet anders. Wer bunt einkauft, bekommt bei gleichen Werten unterschiedliche Gläser — und merkt es erst beim Tragen. Weil wir immer dieselbe Handschrift verarbeiten, wissen wir, wie sich ein Glas verhalten wird, bevor es bestellt ist. Und Deine zweite Brille passt zur ersten.

Mehr dazu auf der Seite Marken & Partner.

Einstärkengläser

Eine Stärke über das ganze Glas — für die Ferne, für den Bildschirm oder fürs Lesen. Klingt simpel, ist es in der Bestimmung aber nicht zwangsläufig: Ein Leseglas für 40 Zentimeter ist ein anderes Glas als eines für den Notenständer oder die Werkbank.

Wichtig ist außerdem das Design der Fläche. Ein asphärisches Glas ist flacher, leichter und verzerrt am Rand weniger als ein sphärisches mit derselben Wirkung. Bei stärkeren Werten ist das kein Detail, sondern der Unterschied zwischen „geht“ und „trage ich gern“.

Gleitsichtgläser

Das anspruchsvollste Glas überhaupt. In einem einzigen Glas liegen Ferne, Zwischenbereich und Nähe übereinander, verbunden durch einen gleitenden Übergang. Seitlich davon liegen unvermeidlich unschärfere Zonen — wie breit der nutzbare Korridor ist, hängt vom Design ab.

Woran ein gutes Gleitsichtglas hängt

  • Der Bedarf — jemand, der acht Stunden am Monitor sitzt, braucht ein anderes Design als jemand, der den ganzen Tag fährt
  • Die Vermessung am Kopf — Vorneigung, Durchbiegung und Hornhaut­abstand der Fassung fließen in die Berechnung ein
  • Die Zentrierung — schon zwei Millimeter Versatz kosten spürbar Korridorbreite
  • Die Fassung — zu flach oder zu schmal, und der Nahteil fehlt schlicht

Deshalb sagen wir offen: Ein teures Glas in einer schlecht vermessenen Fassung ist schlechter als ein mittleres, das sauber sitzt. Das Geld steckt zu einem guten Teil in der Arbeit, nicht nur im Produkt.

Die ersten Tage brauchen etwas Gewöhnung — das ist normal und legt sich meist schnell. Wenn nicht, kommst Du zurück. Nachjustieren gehört dazu und kostet Dich nichts extra.

Unsere vier Gleitsicht-Pakete

Vier Ausbaustufen, jeweils mit Fassung. Was sie unterscheidet, ist nicht die Marke, sondern wie breit der nutzbare Korridor ist und wie genau das Glas auf Deine Werte gerechnet wird.

Der Unterschied liegt im nutzbaren Bereich. Die Bilder zeigen dieselbe Fassung mit denselben Werten — hell ist scharf, verwaschen sind die Zonen, durch die Du nicht gut siehst.

Gleitsichtglas Infinity: schmaler scharfer Korridor, breite unscharfe Zonen an beiden Seiten
Infinity — schmaler Korridor
Gleitsichtglas O Free: merklich breiterer scharfer Bereich als beim Grunddesign
O Free — 20 % mehr Nahkomfort
Gleitsichtglas O Design: breiter Korridor, unscharfe Zonen nur noch am unteren Rand
O Design — 40 % mehr Nahkomfort
Gleitsichtglas O Design Plus: fast das ganze Glas scharf, nur kleine unscharfe Ecken unten
O Design + — 60 % in Ferne und Nähe
Alle Preise gelten fürs Paar, inklusive Fassung. Auf schmalen Bildschirmen seitlich scrollbar.
Paket Infinity O Free O Design O Design +
Preis / Paar 555 € 777 € 999 € 1.222 €
Hartschicht inklusive inklusive inklusive inklusive
Entspiegelung inklusive inklusive inklusive inklusive
Nahkomfort Grunddesign + 20 % + 40 % + 60 % Fern und Nah
Individualglas nein nein ja ja
Index 1.6 90 € 90 € inklusive inklusive
Index 1.67 90 € inklusive
Index 1.74 90 €
Selbsttönend / Color 90 € 90 € 90 € 90 €
Blaufilter 90 € 90 € 90 €
Gleitsicht-Probelinsen inklusive inklusive inklusive inklusive
Meine Brillenversicherung 10 € / Monat 13 € / Monat 17 € / Monat 19 € / Monat

Ein höherer Index bedeutet dünnere und leichtere Gläser — spürbar erst ab etwa vier Dioptrien. Darunter zahlst Du für etwas, das Du nicht siehst. Wir sagen Dir ehrlich, ab wann es sich lohnt.

Das medizinische Screening kostet unabhängig vom Paket 49 Euro. Den Kaufpreis kannst Du zinsfrei in Raten zahlen — die Konditionen rechnen wir Dir beim Termin durch. Beides steht auf der Seite zum Meine Brillenversicherung.

Bifokal, Trifokal, Franklin

Mehrstärkengläser mit sichtbar abgegrenzten Feldern. Sie gelten als altmodisch, sind aber für bestimmte Anforderungen bis heute die bessere Lösung: Sie liefern volle Breite in jedem Feld, ohne seitliche Unschärfe.

  • Bifokal — zwei Felder, Ferne und Nähe
  • Trifokal — zusätzlich ein Feld für die Zwischenentfernung
  • Franklin — das Glas ist waagerecht geteilt, beide Hälften in voller Breite

Sinnvoll etwa, wenn Gleitsicht nicht vertragen wird, wenn ein sehr breites Nahfeld gebraucht wird oder wenn eine frühere Bifokalbrille jahrzehntelang gut funktioniert hat. Wir reden Dir eine Gleitsicht nicht ein, nur weil sie moderner aussieht.

Lentikulargläser

Für sehr hohe Korrekturen. Statt das gesamte Glas dick zu schleifen, trägt nur ein mittlerer Bereich die volle Wirkung, der Rand wird abgeflacht. Ergebnis: deutlich leichter und dünner als ein konventionelles Glas derselben Stärke.

Das ist ein Spezialgebiet mit eigenen Regeln — Fassungsauswahl, Zentrierung und Randgestaltung müssen zusammenpassen. Sprich uns darauf an, wenn Dir bisher gesagt wurde, Deine Werte seien „schwierig“.

Beschichtung und Tönung

Was auf dem Glas noch dazukommt

  • Entspiegelung — mehr Licht kommt durch, weniger Reflexe stören Dich und Dein Gegenüber
  • Hartschicht — schützt vor feinen Kratzern im Alltag
  • Clean-Beschichtung — Wasser und Fett perlen ab, das Glas lässt sich leichter putzen
  • Selbsttönend — dunkelt im Licht ab; im Auto nur bedingt, weil die Scheibe UV bereits filtert
  • Feste Tönung mit UV-Schutz — für Sonnenbrillen in Deiner Stärke, auch als Gleitsicht
  • Polarisation — nimmt Spiegelungen von Straße, Wasser und Schnee heraus

Warum die Zentrierung zählt

Jedes Glas hat einen optischen Mittelpunkt. Der muss dort sitzen, wo Deine Pupille durchschaut — nicht ungefähr, sondern genau. Sitzt er daneben, entsteht eine Wirkung, die niemand bestellt hat: Das Auge muss ständig gegensteuern, was Kopfschmerzen und müde Augen auslösen kann.

Deshalb messen wir am fertig angepassten Kopf und nicht nach Faustwert. Und deshalb bitten wir Dich, nach ein paar Wochen noch einmal vorbeizukommen: Eine Fassung setzt sich, und eine Brille sitzt nur, solange sie nachjustiert wird.

Lass uns zuerst messen

Für die Glasbestimmung nehmen wir uns Zeit. Am besten mit Termin — dann wartet niemand.

Termin online buchen

Wenn der Betrag auf einmal ungünstig liegt: Es gibt Meine Brillenversicherung mit festem mit festem Monatsbeitrag und die zinsfreie Ratenzahlung.