Vorsorge & Diagnostik

Colorlite Farbsehtest

Eine Farbsehschwäche merkt man selbst oft gar nicht — man kennt es ja nicht anders. Auffallen tut sie meistens dann, wenn es unangenehm wird: bei der Berufswahl, im Einstellungstest oder beim Führerschein.

Was eine Farbsehschwäche ist

In Deiner Netzhaut sitzen drei Sorten Zapfen — für Rot, Grün und Blau. Aus ihrem Zusammenspiel entsteht jede Farbe, die Du siehst. Ist eine Sorte schwächer ausgeprägt oder verschoben, verschwimmen bestimmte Farbtöne miteinander.

Am häufigsten betrifft das Rot und Grün. Etwa jeder zwölfte Mann ist davon berührt, Frauen deutlich seltener — die Veranlagung wird über das X-Chromosom vererbt. Deutlich seltener ist eine Blau-Gelb-Schwäche.

Wichtig zu wissen: Eine angeborene Farbsehschwäche ist keine Krankheit und verändert sich nicht. Wenn sich Deine Farbwahrnehmung plötzlich ändert, steckt etwas anderes dahinter — dann gehört das zum Augenarzt.

Woran Du eine Farbsehschwäche bemerkst

  • Rote und grüne Töne wirken ähnlich, besonders bei wenig Licht
  • Reife und unreife Früchte auseinanderzuhalten fällt schwer
  • Farbige Markierungen in Diagrammen oder Karten sind schwer zu unterscheiden
  • Andere kommentieren Deine Farbwahl bei Kleidung
  • Bei Kindern: Es malt Dinge in ungewöhnlichen Farben oder verwechselt Buntstifte

Wo es konkret wird

Für manche Ausbildungen und Berufe gibt es Anforderungen an das Farbsehen — etwa in der Elektrotechnik, bei Bahn und Luftfahrt, bei Polizei und Feuerwehr oder in Laborberufen. Was genau verlangt wird, legt die jeweilige Stelle fest.

Deshalb lohnt sich Klarheit vor der Bewerbung, nicht erst beim Einstellungstest. Wer weiß, wie stark die eigene Schwäche ausgeprägt ist, kann sich gezielt orientieren — und wird nicht überrascht.

Zum Führerschein

Eine angeborene Rot-Grün-Schwäche schließt den normalen Führerschein in Deutschland nicht aus. Bei bestimmten Fahrerlaubnisklassen und im gewerblichen Bereich gelten eigene Anforderungen. Wir sagen Dir, wie Dein Befund einzuordnen ist — verbindlich entscheidet die begutachtende Stelle.

Wie der Test bei uns abläuft

Die bunten Zahlentafeln, die viele aus der Schule kennen, zeigen nur, ob etwas auffällt. Der Colorlite-Test geht weiter: Er bestimmt auch, welche Art von Schwäche vorliegt und wie stark sie ausgeprägt ist.

Was den Test genau macht

  • Untersuchung unter genormten Lichtverhältnissen — Tageslicht am Fenster verfälscht das Ergebnis
  • Prüfung mit speziellen Testgläsern statt nur mit Tafeln
  • Erfasst auch feine Abweichungen, die einfache Tests übersehen
  • Ergebnis: Art und Ausprägung der Schwäche, schriftlich festgehalten

Online-Tests am Handy oder Monitor sind für eine verlässliche Aussage ungeeignet. Jeder Bildschirm stellt Farben anders dar, und die Umgebungsbeleuchtung verändert das Ergebnis zusätzlich.

Was Filtergläser können — und was nicht

Auf Wunsch testen wir, ob spezielle Colorlite-Filtergläser Dir helfen. Sie verschieben gezielt Wellenlängen und können dadurch Farbtöne besser unterscheidbar machen.

Ehrlich gesagt gehört dazu aber auch: Eine Farbsehschwäche lässt sich damit nicht heilen. Die fehlende Zapfenfunktion kommt nicht zurück. Wie stark die Verbesserung ausfällt, ist von Person zu Person sehr unterschiedlich — manche erleben einen deutlichen Unterschied, andere kaum einen.

Deshalb probierst Du sie bei uns aus, bevor Du Dich entscheidest. Und deshalb: Für Prüfungen und Einstellungstests sind solche Gläser in der Regel nicht zugelassen.

Klarheit über Dein Farbsehen

Besonders sinnvoll vor Ausbildung, Bewerbung oder Führerschein.

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