Warum Bremsen mehr bringt als Ausgleichen
Kurzsichtigkeit entsteht meistens, weil der Augapfel zu lang wächst.
Das Bild entsteht dann vor der Netzhaut statt darauf — in der Ferne
wird alles unscharf. Eine Brille verschiebt das Bild zurück. Am
Wachstum ändert sie nichts.
Und hier liegt der Punkt, den viele nicht kennen: Ein längerer
Augapfel ist nicht nur eine höhere Dioptrienzahl. Die Netzhaut
wird dabei gedehnt und dünner. Mit steigender Kurzsichtigkeit steigt
deshalb im späteren Leben das Risiko für Netzhautablösung,
Makulaveränderungen und Grünen Star.
Jede Dioptrie, die ein Kind heute nicht dazubekommt, senkt dieses
Risiko für sein ganzes Leben. Darum geht es beim Myopie-Management —
nicht ums Heilen, sondern ums Verlangsamen.
Woran Du merkst, dass etwas nicht stimmt
- Es rückt näher an Fernseher, Tablet oder Buch heran
- Es kneift die Augen zusammen, um in die Ferne zu sehen
- Es klagt über Kopfschmerzen, besonders nach der Schule
- Es liest ungern oder verliert schnell die Zeile
- Die Lehrerin meldet, dass es von der Tafel schlecht abschreibt
- Es reibt sich häufig die Augen oder blinzelt viel
Wichtig: Viele Kinder sagen von sich aus nichts. Sie
kennen es ja nicht anders und halten ihr Sehen für normal.
Was wir anbieten können
MiSight Kontaktlinsen von CooperVision
- Tageslinsen, die speziell für Kinder entwickelt wurden
- Korrigieren das Sehen und wirken zugleich auf das Längenwachstum des Auges
- Morgens einsetzen, abends wegwerfen — kein Reinigen, keine Aufbewahrung
- Für Sport ein echter Vorteil gegenüber der Brille
- Von CooperVision — unserem einzigen Kontaktlinsen-Partner
My-Kid Brillengläser von Optovision
- Sehen aus wie normale Gläser, sind für das Kind unauffällig
- In der Mitte die volle Korrektur, ringsum eine besondere Struktur, die auf das Längenwachstum des Auges wirkt
- Die Alternative, wenn Kontaktlinsen noch nicht infrage kommen
- Gefertigt von Optovision — deutsche Glasfertigung, kein anonymes Lagerglas
Verlaufskontrolle
- Regelmäßiges Nachmessen, damit sichtbar wird, ob das Bremsen wirkt
- Dokumentation über die Jahre — daraus ergibt sich der eigentliche Nutzen
- Wenn sich nichts tut, passen wir die Strategie an
Es gibt auch medikamentöse Wege
Niedrig dosierte Augentropfen können den Verlauf ebenfalls bremsen.
Das ist eine ärztliche Behandlung und gehört in die Hand eines
Augenarztes — nicht zu uns. Wir sagen Dir aber gerne, wenn wir es
für einen sinnvollen Weg halten.
Was Ihr zu Hause tun könnt
Zwei Dinge sind gut belegt und kosten nichts:
- Tageslicht. Etwa zwei Stunden täglich draußen wirken nachweislich bremsend — egal ob Fußball oder nur der Weg zur Schule. Das ist der stärkste Hebel, den Ihr selbst in der Hand habt.
- Pausen bei Naharbeit. Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen. Gilt für Hausaufgaben genauso wie fürs Tablet.
Beides ersetzt kein Myopie-Management. Aber beides verstärkt seine
Wirkung.
So gehen wir vor
- Messen — wie stark ist die Kurzsichtigkeit heute, und wie hat sie sich entwickelt
- Einordnen — Alter, Verlauf und Kurzsichtigkeit der Eltern zusammen ergeben ein Bild, wie schnell es weitergehen dürfte
- Besprechen — mit Dir und mit dem Kind. Was es selbst nicht will, wird nicht funktionieren
- Anpassen — Linsen oder Gläser, in Ruhe eingeübt
- Nachkontrollieren — in festen Abständen, damit sichtbar bleibt, ob es wirkt
Wir sind Augenoptiker und stellen keine Diagnosen. Bei Auffälligkeiten,
die über die Kurzsichtigkeit hinausgehen, schicken wir Euch zum
Augenarzt.