Vorsorge & Diagnostik

Vor und nach einer Augen-OP

Operiert wird in der Klinik. Was davor gemessen und danach angepasst wird, entscheidet trotzdem mit darüber, wie zufrieden Du hinterher bist — und genau dort liegt unsere Aufgabe.

Was wir tun — und was nicht

Wir sind Augenoptiker. Wir operieren nicht, wir stellen keine Diagnose und wir empfehlen Dir keinen Eingriff. Ob eine Operation sinnvoll ist, entscheidest Du mit Deinem Augenarzt oder Operateur.

Was wir beitragen, ist die Messung drumherum: Zahlen und Aufnahmen von vorher, damit sich hinterher vergleichen lässt. Und die Versorgung danach — denn nach fast jeder Augen-OP verändert sich die Brillenstärke, oft deutlich.

Sprich uns an, bevor operiert wird

Nach dem Eingriff lässt sich nicht mehr nachholen, was vorher nicht gemessen wurde. Ein Termin vor der OP kostet Dich eine Stunde und liefert einen Ausgangswert, den es sonst nicht mehr gibt.

Vor dem Eingriff

Wir dokumentieren den Zustand, in dem Dein Auge in die Operation geht. Das ist kein Ersatz für die Voruntersuchung in der Klinik — die macht der Operateur mit seinen eigenen Geräten. Es ist die unabhängige zweite Aufnahme, mit der sich später jede Veränderung belegen lässt.

Was wir vorher erfassen

  • Sehschärfe und aktuelle Werte — mit und ohne Korrektur
  • Hornhaut — Wölbung, Form und Dicke mit dem Visionix VX 130+
  • Tränenfilm — trockene Augen sind der häufigste Grund für Beschwerden nach einer OP
  • Vorderkammer und Augeninnendruck, berührungslos
  • Netzhautaufnahme mit dem OCULUS NIDEK AFC-330, ausgewertet von RetinaLyze — ohne Augentropfen

Alles davon bekommst Du mit: Messwerte, Bilder und den schriftlichen Statusbericht. Nimm die Unterlagen mit in die Klinik. Sie ersparen Rückfragen und zeigen dem Operateur, worauf er achten sollte — etwa auf einen instabilen Tränenfilm.

Grauer Star und Linsen-OP

Beim Grauen Star trübt sich die körpereigene Augenlinse ein. Sie wird bei der Operation durch eine Kunstlinse ersetzt. Diese Linse hat eine feste Stärke — und mit ihr entscheidest Du vorab, worauf Du künftig ohne Brille scharf siehst.

  • Monofokale Linse — eine Entfernung scharf, meist die Ferne. Zum Lesen brauchst Du dann eine Brille
  • Torische Linse — gleicht zusätzlich eine Hornhautverkrümmung aus
  • Mehrstärkenlinsen — mehrere Entfernungen, dafür bei manchen Menschen Lichtringe und weniger Kontrast bei Nacht

Diese Entscheidung triffst Du mit dem Operateur. Wir können Dir aber vorher zeigen, wie Dein Alltag tatsächlich aussieht — welche Entfernungen Du wirklich brauchst und wo Du bisher am meisten hinschaust. Genau daran hängt, welche Linse zu Dir passt.

Nach der OP ist der Restfehler selten exakt null. Eine halbe Dioptrie bleibt oft übrig, dazu häufig eine Hornhautverkrümmung. Beides gleichen wir mit der Brille aus.

Laserbehandlung und ICL

Bei LASIK, Femto-LASIK, PRK und ähnlichen Verfahren wird die Hornhaut umgeformt. Das verändert ihre Form dauerhaft — mit zwei Folgen, die später relevant werden:

  • Der gemessene Augeninnendruck fällt danach niedriger aus als er ist. Ohne Vorwert kann das eine Glaukom-Kontrolle verfälschen
  • Die Kontaktlinsenanpassung wird anspruchsvoller. Standardlinsen sitzen auf einer gelaserten Hornhaut oft schlecht

Deshalb ist gerade hier die Messung vorher wertvoll. Bewahr Deine Unterlagen auf — auch in zehn Jahren fragt noch jemand danach.

Bei implantierten Zusatzlinsen (ICL) bleibt die eigene Linse erhalten. Auch dann gilt: Vorwerte helfen, spätere Veränderungen einzuordnen.

Nach dem Eingriff

Die medizinische Nachsorge — Tropfen, Kontrollen, Wundheilung — läuft in den ersten Wochen über Deinen Augenarzt. Halte diese Termine ein, auch wenn alles gut aussieht.

Unsere Arbeit beginnt danach: Sehschärfe neu bestimmen, Hornhaut und Tränenfilm erneut messen, mit den Vorwerten vergleichen und die Versorgung darauf einstellen. Trockene Augen sind nach einer OP häufig und legen sich meist wieder — bis dahin lässt sich einiges erleichtern.

Wann die neue Brille kommt

Nicht sofort. Das Auge braucht Zeit, bis sich die Werte stabilisieren, und eine Brille auf schwankende Werte ist herausgeworfenes Geld. Wann der richtige Zeitpunkt ist, sagt Dir Dein Operateur — meist einige Wochen nach dem Eingriff.

Wenn Du in der Zwischenzeit etwas brauchst, um über die Runden zu kommen, finden wir eine einfache Übergangslösung. Und wenn nur ein Auge operiert wurde, schauen wir uns an, wie beide Augen zusammenarbeiten — der Unterschied zwischen ihnen ist dann oft die eigentliche Herausforderung.

Ein Punkt, den viele übersehen: Nach einer Linsen-OP fällt der UV-Schutz der eigenen Linse weg. Eine Sonnenbrille mit vollem UV-Filter ist danach keine Bequemlichkeit, sondern sinnvoll. Welche Möglichkeiten es gibt, steht bei den Spezialgläsern.

Wann Du sofort zum Arzt musst

Nicht abwarten bei diesen Anzeichen

Plötzliche Schmerzen, ein rotes Auge, schnell schlechter werdendes Sehen, ein dunkler Schatten von der Seite, plötzlich viele neue Rußflocken oder Lichtblitze: Das gehört sofort zum Augenarzt oder in die Augenklinik — nicht zu uns und nicht auf den nächsten Termin.

Für alles andere gilt: Ruf uns an, wenn Du unsicher bist. Wir sagen Dir ehrlich, ob wir helfen können oder ob das eine Frage für den Arzt ist.

Steht bei Dir eine OP an?

Komm vorher zur Messung. Die Werte von heute bekommst Du später nicht mehr.

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