Brillengläser
Einstärken, Gleitsicht, Mehrstärken — und woran es hängt, ob ein Glas funktioniert.
Zu den Gläsern →Acht Stunden auf eine Entfernung, für die weder Deine Fernbrille noch Deine Lesebrille gemacht ist. Es ist das einzige Thema in unserem Angebot, bei dem am Ende oft nicht Du die Rechnung trägst, sondern Dein Arbeitgeber.
Im Gesetz heißt sie spezielle Sehhilfe für die Arbeit an Bildschirmgeräten, im Laden Arbeitsplatzbrille, Bildschirmbrille oder Bildschirmarbeitsplatzbrille. Gemeint ist immer dasselbe: ein Glas, das auf die Entfernungen gerechnet ist, in denen Du arbeitest — und nicht auf die Ferne.
Dein Monitor steht meist 60 bis 80 Zentimeter weg, die Tastatur näher, der Kollege gegenüber weiter. Wir messen aus, wie weit Dein Bildschirm wirklich steht — nicht, wie weit er stehen sollte. Wer zwei Monitore nebeneinander hat, tief sitzt oder viel auf Papier daneben schaut, bekommt andere Werte als der Ergonomie-Ratgeber vorgibt.
Wenn Deine normale Brille am Bildschirm gut funktioniert, ist die Arbeitsplatzbrille kein Muss — und wir sagen Dir das auch. Sie wird meist dann zum Thema, wenn die Nähe nachlässt, in der Regel ab Mitte vierzig. Oder wenn Du mit einer Gleitsichtbrille den Kopf heben musst, um den Monitor scharf zu bekommen.
Das ist der Punkt, an dem sich diese Brille von jeder anderen unterscheidet. Grundlage ist die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge, kurz ArbMedVV.
„Im erforderlichen Umfang“ heißt zweckmäßig und ausreichend — nicht die teuerste Fassung im Laden. Viele Betriebe setzen dafür einen festen Betrag an. Was darüber hinausgeht, weil Du eine bestimmte Fassung möchtest oder eine höherwertige Veredelung, zahlst Du selbst. Das rechnen wir Dir vorher auf, damit Du weißt, worüber Du entscheidest.
⚠️ Wir sind Augenoptiker, keine Rechtsberatung. Was in Deinem Betrieb konkret gilt, steht in der Betriebsvereinbarung oder sagt Dir die Personalabteilung. Manche Häuser zahlen deutlich mehr als das Nötige, andere genau das Nötige.
Der häufigste Fehler ist die Reihenfolge. Wer erst kauft und danach fragt, bleibt im Zweifel auf den Kosten sitzen — eine Zusage rückwirkend zu bekommen ist deutlich schwerer, als sie vorher einzuholen. Und herstellen können wir sie für Dich nicht.
Frag im Betrieb einmal nach, was gebraucht wird, und sag es uns beim Termin. Dann steht es gleich richtig auf dem Papier und Du musst nicht zweimal kommen.
Ausführlich und in Ruhe. Erst wenn die Sehstärke steht, reden wir über Gläser.
Bildschirm, Tastatur, Papier, Gegenüber. Wir nehmen Deine echten Entfernungen auf.
Das passende Raumglas, dazu eine Fassung mit genug Höhe — und die Zentrierung darauf.
Du zahlst bei uns, bekommst die Rechnung und reichst sie bei Deinem Arbeitgeber ein.
Keine Sammelbestellungen, keine Rahmenverträge: Du kommst wie jeder andere Kunde herein, wirst genauso beraten und bekommst eine Rechnung, die Du einreichen kannst. Für Dich ändert sich dadurch nichts außer der Frage, wer am Ende zahlt.
Alle unsere Gläser kommen von Optovision. Für den Arbeitsplatz gibt es dort eine eigene Familie, die Raum- und Arbeitsplatzgläser. Sie unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern darin, auf welche Entfernung das Glas seinen Schwerpunkt legt.
Zum Vergleich: Eine Gleitsichtbrille ist auf die Ferne ab etwa zwei Metern ausgelegt und deckt Nähe und Zwischenbereich mit ab — sie ist der Allrounder. Die Arbeitsplatzbrille dreht das um und gibt Deiner Arbeitsentfernung den größten Platz im Glas.
Als Einstärkenglas geht es auch. Wenn Du im Wesentlichen auf eine Entfernung scharf sehen musst, ist das der einfachste und günstigste Weg: voller Bereich, keine Zonen. Und in der aufwendigsten Stufe wird das Glas individuell auf Deine gemessenen Abstände gerechnet — das ist bei den Raumgläsern das, was WIDR me bei der Gleitsicht ist.
Dazu kommt die Frage der Veredelung. Eine gute Entspiegelung bringt am Bildschirm oft mehr als jeder Filter: Mit einem Fenster im Rücken ist jede Spiegelung auf der Glasrückfläche ein zweites, schwaches Bild in Deinem Blickfeld.
Das Material Protect Blue gibt es auch für das Arbeitsplatzglas; es nimmt kurzwelliges blaues Licht und UV heraus. Ein Blaufilter kann das Bild ruhiger machen und wird von vielen als angenehm empfunden. Ein Ersatz für die richtige Entfernung und für Pausen ist er nicht. Wir bauen ihn gern ein, verkaufen ihn Dir aber nicht als Heilmittel. Wer abends zusätzlich spielt, findet die Tönungen unter Gaming-Gläser.
Eine Gleitsichtbrille ist ein Kompromiss über alle Entfernungen. Ihr Zwischenbereich liegt unten und ist schmal — für den Blick auf einen Fahrplan reicht das, für acht Stunden Bildschirm oft nicht. Wer den Kopf hebt und das Kinn vorschiebt, um den Monitor scharf zu bekommen, merkt das abends im Nacken.
⚠️ Die Arbeitsplatzbrille ersetzt die Gleitsichtbrille nicht, sie kommt dazu. Und sie ist nicht zum Autofahren gedacht: Sie ist auf kurze Entfernungen gerechnet, in der Ferne siehst Du damit unscharf. Zwei Brillen für zwei Aufgaben — das ist keine Verkaufsmasche, sondern der Grund, warum es beide gibt.
Die arbeitsmedizinische Vorsorge selbst führen wir nicht durch. Sie ist Sache des Betriebsarztes oder einer Ärztin mit arbeitsmedizinischer Fachkunde — dort wird auch festgestellt, ob eine normale Brille für Deine Bildschirmarbeit ausreicht. Wir machen das, was danach kommt: die Sehstärke, die Abstände, das Glas und die Fassung.
Die Arbeitsplatzbrille gehört zur ausführlichen Augenprüfung: Es geht um Deine Sehstärke und um Deine Arbeitsentfernungen. Mit dem medizinischen Screening hat sie nichts zu tun — Augeninnendruck und Netzhaut schauen wir dort an, nicht hier. Beides an einem Tag geht, es sind aber zwei verschiedene Termine.
Bring die Zahl mit — den Rest machen wir im Termin.
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