Spezielle Filter

Gaming-Gläser in Sehstärke

Vier Stunden fester Abstand, hohe Kontraste, dunkle Szenen mit hellen Kanten. Das ist eine Seh-Anforderung wie Autofahren bei Nacht — nur länger. Und die meisten machen sie mit einer Brille, die dafür nicht gemacht ist.

Der Abstand ist das Erste

Bevor es um Tönungen und Beschichtungen geht: Dein Monitor steht in einer Entfernung, für die weder die Fernbrille noch die Lesebrille gemacht ist. Meist 60 bis 80 Zentimeter — dazwischen.

Wir messen aus, wie weit Dein Bildschirm wirklich steht — nicht, wie weit er stehen sollte. Wer zwei Monitore nebeneinander hat oder tief sitzt, bekommt andere Werte als der Ergonomie-Ratgeber vorgibt. Das Glas wird für diesen Abstand gerechnet und gibt den Bereich dann in voller Breite, statt ihn wie eine Gleitsicht mit dem Kopf suchen zu lassen.

Wenn es um Arbeit am Bildschirm geht und nicht um den Feierabend, schau auf die Arbeitsplatzbrille — dort zahlt unter Umständen Dein Arbeitgeber mit.

Ohne Sehstärke lohnt sich das selten

Wenn Du gar keine Korrektion brauchst, ist der Nutzen einer reinen Filterbrille überschaubar — dazu unten mehr. Diese Brille spielt ihre Stärke aus, wenn ohnehin eine Korrektion nötig ist.

Woraus das Glas besteht

Drei Bauteile, die aufeinander abgestimmt sind. Gefertigt bei Optovision, wie alle unsere Gläser.

Material, Tönung, Veredelung

  • Protect Blue — das Material. Blockt kurzwelliges blaues Licht und UV im Bereich bis 420 Nanometer um bis zu 99 %
  • Gaming Grey oder Gaming Arancia — die Tönung. Auf das Material abgestimmt und dafür gemacht, Kontraste anzuheben
  • Secure Clear — die Entspiegelung. Elf Schichten, ausgelegt auf möglichst wenig Restreflex und einen neutralen Farbton

Der letzte Punkt wird gern unterschätzt. In einem dunklen Raum vor einem hellen Bildschirm ist jede Spiegelung auf der Glasrückfläche ein zweites, schwaches Bild in Deinem Blickfeld. Eine gute Entspiegelung bringt hier oft mehr als jede Tönung.

Grey oder Arancia

Zwei Tönungen, zwei unterschiedliche Kompromisse zwischen Kontrast und Farbtreue.

Gaming Grey

Der zurückhaltende Weg. Hebt den Kontrast an und lässt die Farben weitgehend so, wie sie gemeint sind. Sinnvoll, wenn Du dieselbe Brille auch zum Arbeiten, Lesen oder Filmschauen aufhast.

Gaming Arancia

Der deutliche Weg. Nimmt zusätzlich sichtbares Blau zwischen 420 und 500 Nanometer heraus und steigert den Kontrast dadurch spürbar stärker. Dafür verschiebt sich die Farbwahrnehmung merklich ins Warme.

⚠️ Für farbkritische Arbeit ist Arancia nichts. Wer nebenbei Bilder bearbeitet, Videos schneidet oder Grafik macht, nimmt Grey — oder eine zweite Brille. Und wer weiß, dass er eine Farbsehschwäche hat: Eine Filtertönung ist kein Ersatz für einen Farbsehtest, sie kann das Bild sogar zusätzlich verschieben.

Was es kann — und was nicht

Beim Thema Blaulicht wird viel versprochen. Deshalb hier getrennt, was nachprüfbar ist und was nicht.

Nachprüfbar

  • Das Material blockt UV und kurzwelliges Blau bis 420 nm. Das ist eine Materialeigenschaft und messbar
  • Die Tönung hebt Kontraste an. Den Unterschied siehst Du sofort, wenn Du sie aufsetzt
  • Die Entspiegelung reduziert Reflexe. Auch das merkst Du im ersten Moment

Und was wir nicht behaupten: Der Hersteller schreibt von „besserer Performance“ und „höherer Ausdauer“ und nennt die gesteigerte Wahrnehmungsgeschwindigkeit VCR. Das ist ein Begriff aus seinem Marketing, kein etabliertes Maß — und wir geben ihn nicht als unsere Aussage aus.

Was wir sagen können: Viele empfinden das Bild als ruhiger und ermüdungsärmer. Ob das bei Dir so ist, findest Du beim Ausprobieren heraus — nicht in einer Broschüre. Ein Ersatz für die richtige Entfernung und für Pausen ist kein Filter.

Die Tönung vorher ausprobieren

Eine Tönung zu beschreiben bringt wenig. Bei uns setzt Du deshalb eine VR-Brille auf und siehst Deine Umgebung durch Grey und durch Arancia, bevor irgendetwas bestellt wird. Dasselbe Gerät nutzen wir für die Messung bei WIDR me.

Das ist der Punkt, an dem sich die meisten entscheiden — und zwar häufig anders, als sie vorher dachten.

Auch als Gleitsicht

Die Gaming-Gläser gibt es in Deiner Sehstärke: als Einstärkenglas auf den Bildschirmabstand, als Fernbrille oder als Gleitsichtglas. Wer schon eine Gleitsichtbrille trägt und abends spielt, fährt mit einem eigenen Glas auf den Monitorabstand meist besser — der Zwischenbereich einer Gleitsicht ist für vier Stunden am Stück schmal.

Welche Fassung dazu passt, hängt auch von der Höhe ab: Ein Headset drückt Bügel, die zu dünn oder zu stark gebogen sind. Das probieren wir mit aus.

Setz die Tönung einmal auf

Grey und Arancia im Vergleich, mit der VR-Brille — bevor Du Dich entscheidest.

Termin online buchen