Gaming Grey
Der zurückhaltende Weg. Hebt den Kontrast an und lässt die Farben weitgehend so, wie sie gemeint sind. Sinnvoll, wenn Du dieselbe Brille auch zum Arbeiten, Lesen oder Filmschauen aufhast.
Vier Stunden fester Abstand, hohe Kontraste, dunkle Szenen mit hellen Kanten. Das ist eine Seh-Anforderung wie Autofahren bei Nacht — nur länger. Und die meisten machen sie mit einer Brille, die dafür nicht gemacht ist.
Bevor es um Tönungen und Beschichtungen geht: Dein Monitor steht in einer Entfernung, für die weder die Fernbrille noch die Lesebrille gemacht ist. Meist 60 bis 80 Zentimeter — dazwischen.
Wir messen aus, wie weit Dein Bildschirm wirklich steht — nicht, wie weit er stehen sollte. Wer zwei Monitore nebeneinander hat oder tief sitzt, bekommt andere Werte als der Ergonomie-Ratgeber vorgibt. Das Glas wird für diesen Abstand gerechnet und gibt den Bereich dann in voller Breite, statt ihn wie eine Gleitsicht mit dem Kopf suchen zu lassen.
Wenn es um Arbeit am Bildschirm geht und nicht um den Feierabend, schau auf die Arbeitsplatzbrille — dort zahlt unter Umständen Dein Arbeitgeber mit.
Wenn Du gar keine Korrektion brauchst, ist der Nutzen einer reinen Filterbrille überschaubar — dazu unten mehr. Diese Brille spielt ihre Stärke aus, wenn ohnehin eine Korrektion nötig ist.
Drei Bauteile, die aufeinander abgestimmt sind. Gefertigt bei Optovision, wie alle unsere Gläser.
Der letzte Punkt wird gern unterschätzt. In einem dunklen Raum vor einem hellen Bildschirm ist jede Spiegelung auf der Glasrückfläche ein zweites, schwaches Bild in Deinem Blickfeld. Eine gute Entspiegelung bringt hier oft mehr als jede Tönung.
Zwei Tönungen, zwei unterschiedliche Kompromisse zwischen Kontrast und Farbtreue.
Der zurückhaltende Weg. Hebt den Kontrast an und lässt die Farben weitgehend so, wie sie gemeint sind. Sinnvoll, wenn Du dieselbe Brille auch zum Arbeiten, Lesen oder Filmschauen aufhast.
Der deutliche Weg. Nimmt zusätzlich sichtbares Blau zwischen 420 und 500 Nanometer heraus und steigert den Kontrast dadurch spürbar stärker. Dafür verschiebt sich die Farbwahrnehmung merklich ins Warme.
⚠️ Für farbkritische Arbeit ist Arancia nichts. Wer nebenbei Bilder bearbeitet, Videos schneidet oder Grafik macht, nimmt Grey — oder eine zweite Brille. Und wer weiß, dass er eine Farbsehschwäche hat: Eine Filtertönung ist kein Ersatz für einen Farbsehtest, sie kann das Bild sogar zusätzlich verschieben.
Beim Thema Blaulicht wird viel versprochen. Deshalb hier getrennt, was nachprüfbar ist und was nicht.
Und was wir nicht behaupten: Der Hersteller schreibt von „besserer Performance“ und „höherer Ausdauer“ und nennt die gesteigerte Wahrnehmungsgeschwindigkeit VCR. Das ist ein Begriff aus seinem Marketing, kein etabliertes Maß — und wir geben ihn nicht als unsere Aussage aus.
Was wir sagen können: Viele empfinden das Bild als ruhiger und ermüdungsärmer. Ob das bei Dir so ist, findest Du beim Ausprobieren heraus — nicht in einer Broschüre. Ein Ersatz für die richtige Entfernung und für Pausen ist kein Filter.
Eine Tönung zu beschreiben bringt wenig. Bei uns setzt Du deshalb eine VR-Brille auf und siehst Deine Umgebung durch Grey und durch Arancia, bevor irgendetwas bestellt wird. Dasselbe Gerät nutzen wir für die Messung bei WIDR me.
Das ist der Punkt, an dem sich die meisten entscheiden — und zwar häufig anders, als sie vorher dachten.
Die Gaming-Gläser gibt es in Deiner Sehstärke: als Einstärkenglas auf den Bildschirmabstand, als Fernbrille oder als Gleitsichtglas. Wer schon eine Gleitsichtbrille trägt und abends spielt, fährt mit einem eigenen Glas auf den Monitorabstand meist besser — der Zwischenbereich einer Gleitsicht ist für vier Stunden am Stück schmal.
Welche Fassung dazu passt, hängt auch von der Höhe ab: Ein Headset drückt Bügel, die zu dünn oder zu stark gebogen sind. Das probieren wir mit aus.
Grey und Arancia im Vergleich, mit der VR-Brille — bevor Du Dich entscheidest.
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