Vorsorge & Diagnostik

Grüner Star (Glaukom)

Die häufigste Ursache für vermeidbare Erblindung — und die tückischste. Ein Glaukom schädigt den Sehnerv über Jahre, ohne dass Du etwas davon spürst. Was einmal weg ist, kommt nicht zurück.

Was ist ein Glaukom?

Beim Glaukom gehen nach und nach Nervenfasern im Sehnerv zugrunde. Der Sehnerv überträgt alles, was Dein Auge aufnimmt, ans Gehirn — fallen Fasern aus, entstehen blinde Stellen im Gesichtsfeld.

Häufigster Auslöser ist ein erhöhter Augeninnendruck, der auf den Sehnervenkopf drückt. Aber Vorsicht vor dem Kurzschluss: Ein Glaukom kann auch bei völlig normalem Druck entstehen — man spricht dann vom Normaldruckglaukom. Umgekehrt hat nicht jeder mit erhöhtem Druck automatisch ein Glaukom. Deshalb reicht eine reine Druckmessung nicht aus.

Warum Du selbst nichts merkst

Das Heimtückische: Die Ausfälle beginnen am äußeren Rand des Gesichtsfelds, nicht in der Mitte. Und Dein Gehirn füllt die Lücken mit dem auf, was es dort erwartet. Du siehst also kein schwarzes Loch — Du siehst einfach nichts Ungewöhnliches.

Deshalb fällt ein Glaukom oft erst auf, wenn bereits ein erheblicher Teil des Sehnervs geschädigt ist. Und dieser Teil lässt sich nicht mehr zurückholen. Behandlung kann das Fortschreiten aufhalten — reparieren kann sie nichts.

Ausnahme: der akute Glaukomanfall

Es gibt eine Form, die alles andere als unbemerkt verläuft: Beim akuten Winkelblock steigt der Augeninnendruck schlagartig an. Anzeichen sind heftige Augen- und Kopfschmerzen, ein rotes Auge, Übelkeit, Erbrechen, verschwommenes Sehen und Farbringe um Lichtquellen.

Das ist ein augenärztlicher Notfall. Nicht auf einen Termin warten — sofort in die Augenklinik oder den augenärztlichen Notdienst.

Wer besonders aufpassen sollte

Ein Glaukom kann jeden treffen, aber einige Faktoren erhöhen das Risiko deutlich:

  • Alter ab 40 — das Risiko steigt danach kontinuierlich
  • Glaukom in der Familie — Eltern oder Geschwister betroffen
  • Erhöhter Augeninnendruck, auch wenn bisher nichts festgestellt wurde
  • Starke Kurzsichtigkeit ab etwa −5 Dioptrien
  • Diabetes oder deutlich niedriger Blutdruck
  • Längere Kortison-Behandlung, auch als Augentropfen oder Spray
  • Dünne Hornhaut — sie lässt gemessene Druckwerte zu niedrig erscheinen

Trifft eines davon auf Dich zu, ist regelmäßige Kontrolle keine Vorsichtsmaßnahme, sondern schlicht sinnvoll.

Wie wir bei Optik Klein untersuchen

Ein Glaukom lässt sich nicht an einem einzelnen Wert ablesen. Wir kombinieren deshalb drei Blickwinkel:

Augeninnendruck und Hornhaut — Visionix VX 130+

  • Berührungslose Messung des Augeninnendrucks, ohne Betäubungstropfen
  • Analyse der Vorderkammer und der Hornhaut
  • Erfasst zugleich Tränenfilm und Trübungen der Augenlinse

Sehnervenkopf — OCULUS NIDEK AFC-330

  • Hochauflösende Aufnahme der Netzhaut mit 12 Megapixeln
  • Zeigt den Sehnervenkopf im Detail — dort wird ein Glaukom sichtbar
  • Ohne Augentropfen. Deine Pupillen bleiben normal, Du kannst danach direkt weiterfahren

Auswertung — RetinaLyze

  • Ein eigener Algorithmus prüft die Aufnahme gezielt auf Glaukom-Anzeichen
  • Bewertet unter anderem das Verhältnis von Aushöhlung zu Sehnervenkopf
  • Schriftlicher Statusbericht nach rund 30 Sekunden — Du bekommst ihn mit
  • Sind wir uns bei einem Bild nicht sicher, lassen wir es zusätzlich von einem Augenarzt gegenprüfen

Der ganze Ablauf ist schmerzfrei, das Auge wird nicht berührt und Du brauchst keine Tropfen. Zeit solltest Du trotzdem mitbringen — wir besprechen die Ergebnisse mit Dir, statt Dir einen Ausdruck in die Hand zu drücken.

Was passiert, wenn etwas auffällt

Dann sagen wir es Dir — direkt und ohne Dramatik. Wir sind Augenoptiker und stellen keine Diagnosen: Ob tatsächlich ein Glaukom vorliegt und wie es behandelt wird, entscheidet Dein Augenarzt.

Was wir Dir mitgeben können, ist die Grundlage dafür: alle Messwerte, die Netzhautaufnahme und den Statusbericht. Damit gehst Du nicht mit einem vagen Gefühl zum Termin, sondern mit Unterlagen. Das verkürzt den Weg spürbar.

Behandelt wird ein Glaukom je nach Form mit Augentropfen, per Laser oder operativ. Ziel ist immer dasselbe: den Druck senken und den Sehnerv vor weiterem Schaden bewahren.

Wie oft solltest Du zur Kontrolle?

Das hängt von Deinem Alter und Deinen Risikofaktoren ab. Sprich uns darauf an — wir schauen uns Deine Situation an und sagen Dir ehrlich, ob jährlich sinnvoll ist oder ob ein größerer Abstand reicht.

Eines gilt aber unabhängig davon: Je früher ein Glaukom auffällt, desto mehr Sehvermögen lässt sich erhalten. Vorsorge ist hier keine Frage von Vorsicht, sondern von Zeitpunkt.

Wann war Deine letzte Kontrolle?

Ein Glaukom-Check dauert nicht lang und tut nicht weh. Warten kostet dagegen Sehvermögen.

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