Vorsorge & Diagnostik

Diabetische Retinopathie

Die Netzhaut ist die einzige Stelle im Körper, an der man Blutgefäße direkt sehen kann. Bei Diabetes verrät sie deshalb früh, was der Blutzucker anrichtet — oft bevor Du selbst etwas merkst.

Was dabei passiert

Dauerhaft erhöhter Blutzucker greift die Wände der kleinsten Blutgefäße an. In der Netzhaut sind diese Gefäße besonders fein — und besonders wichtig, weil sie die Sinneszellen versorgen.

Die Gefäßwände werden durchlässig, es tritt Flüssigkeit aus, einzelne Gefäße verschließen sich. Bereiche der Netzhaut bekommen dann zu wenig Sauerstoff. Als Notlösung bildet das Auge neue Gefäße — die sind aber instabil und können bluten.

Wie es fortschreitet

  • Frühes Stadium — kleine Aussackungen und Einblutungen in der Netzhaut. Das Sehen ist meist noch völlig normal. Genau hier will man es finden.
  • Fortgeschritten — mehr Blutungen, Ablagerungen, ganze Bereiche werden schlecht durchblutet.
  • Neue Gefäße — das Auge bildet Ersatzgefäße. Sie können in den Glaskörper bluten oder an der Netzhaut ziehen. Das ist die gefährliche Stufe.
  • Makulaödem — Flüssigkeit sammelt sich in der Netzhautmitte. Kann in jedem Stadium auftreten und trifft direkt das scharfe Sehen.

Behandelt wird je nach Stadium mit Laser oder mit Medikamenten, die der Augenarzt ins Auge gibt. Beides kann viel retten — aber nur, solange noch etwas zu retten ist.

Warum Du lange nichts merkst

Die Veränderungen beginnen am Rand der Netzhaut, nicht in der Mitte. Dein scharfes Sehen bleibt dabei unverändert gut — Du kannst also Zeitung lesen und Auto fahren, während sich im Auge längst etwas tut.

Erst wenn die Netzhautmitte betroffen ist oder ein Gefäß blutet, fällt es auf. Dann ist der Schaden aber schon da. Deshalb hängt bei dieser Erkrankung alles an der regelmäßigen Kontrolle — nicht am Abwarten von Beschwerden.

Was den Verlauf beeinflusst

  • Wie lange Du Diabetes hast — der wichtigste Faktor. Nach vielen Jahren zeigen die meisten Betroffenen Veränderungen
  • Blutzuckereinstellung — je stabiler der Langzeitwert, desto langsamer schreitet es fort
  • Blutdruck — hoher Druck beschleunigt die Gefäßschäden deutlich
  • Blutfettwerte
  • Rauchen
  • Schwangerschaft — kann den Verlauf beschleunigen, hier sind engere Kontrollen üblich
  • Nierenerkrankung — geht oft mit Netzhautveränderungen einher

Wie oft solltest Du kontrollieren lassen?

Wir empfehlen bei Diabetes eine Netzhautkontrolle alle sechs Monate. Zeigen sich bereits Veränderungen oder ist die Stoffwechsellage instabil, raten wir zu alle drei Monate.

Das ist bewusst engmaschiger als das jährliche Intervall, das oft genannt wird. Der Grund ist einfach: Zwischen zwei Kontrollen kann viel passieren, und Veränderungen fallen umso früher auf, je kürzer der Abstand ist. Verbindlich festlegen kann das Intervall aber nur Dein behandelnder Arzt — er kennt Deine Werte.

Unser Screening ersetzt die augenärztliche Kontrolle nicht. Es ist der zusätzliche Blick dazwischen — und für viele die Gelegenheit, überhaupt einmal hinzuschauen, wenn der nächste Termin weit weg ist.

Sofort zum Augenarzt

Bei plötzlichen dunklen Flecken, Rußregen, vielen neuen Mücken im Blickfeld oder einem Schatten von der Seite nicht abwarten. Das können Zeichen einer Blutung oder einer Netzhautablösung sein.

Wie wir bei Optik Klein untersuchen

Netzhautaufnahme — OCULUS NIDEK AFC-330

  • Hochauflösende Aufnahme mit 12 Megapixeln, 45 Grad Bildwinkel
  • Zeigt Einblutungen, Ablagerungen und Gefäßveränderungen
  • Ohne Augentropfen. Gerade bei Diabetes ein Vorteil — Du kannst danach direkt weiterfahren

Auswertung — RetinaLyze

  • Ein eigener Algorithmus prüft die Aufnahme gezielt auf Anzeichen einer diabetischen Retinopathie
  • Schriftlicher Statusbericht nach rund 30 Sekunden — Du bekommst ihn mit
  • Sind wir uns bei einem Bild nicht sicher, lassen wir es zusätzlich von einem Augenarzt gegenprüfen

Vergleichbar über die Jahre

  • Wir speichern die Aufnahmen, sodass sich Veränderungen erkennen lassen
  • Bei jeder Kontrolle dieselbe Technik und dieselben Messbedingungen
  • Den Bericht kannst Du zu Deinem Diabetologen oder Augenarzt mitnehmen

Wir sind Augenoptiker und stellen keine Diagnosen. Was auffällt, besprechen wir offen mit Dir und geben Dir alle Unterlagen mit — die Diagnose und jede Behandlung gehören zum Augenarzt.

Wann war Deine letzte Netzhautkontrolle?

Bei Diabetes empfehlen wir alle sechs Monate — bei Auffälligkeiten alle drei.

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